Vorstellung Renault Master: Nackte Tatsachen

Renault Trucks will wachsen. Die Volvo-Tochter baut dafür den Vertrieb aus und will vor allem durch Kompetenz und günstige Preise punkten. Da kommt der neue Master gerade recht.

08.11.06 11:28
Kategorie: Transporter, Renault

Von: (ar/sb)

Er gehört zu den günstigsten Angeboten in seinem Segment und lässt die notwendige Flexibilität nicht vermissen. Den günstigen Preis erkauft sich der Kunde allerdings mit einer extrem spartanisch gemachten Innenausstattung, die dem Fahrer in jedem Moment bewusst macht, dass er ein Nutzfahrzeug lenkt.

 

Neben der dezent modifizierten Frontpartie verfügt der Master über ein komplett modernisiertes Motorenangebot. Der 2.5 dCi-Diesel ist in den Leistungsstufen 74 kW/100 PS, 88 kW/120 PS oder 110 kW/150 PS erhältlich. Sämtliche Triebwerke erfüllen die Abgasnorm Euro 4 und sind mit dem neu entwickelten Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, auf Wunsch ist auch ein automatisiertes Getriebe (Quickshift) erhältlich. Die stärkste Variante hat einen Partikelfilter.



Der französische Hersteller bietet das elektronische Stabilitätsprogramm ESP optional an. Im Master kommt erstmals eine lastabhängige ESP-Variante zum Einsatz, die berücksichtigt, ob das Fahrzeug beladen ist oder nicht. Optimalen Schutz für Transportgut bieten bis zu 20 Zurrösen (Master), die auf die Zugkraft von 625 Kilonewton ausgelegt sind und so die Anforderungen der Norm DIN 75410 zur Ladungssicherung erfüllen. Flexibilität ist bei den Gewerbefahrzeugen ein wichtiges Argument. Renault Trucks bietet das inzwischen übliche Angebot: Sechs Größen, drei Radstände (4,89 bis 5,80 Meter), drei Höhen (2,25 bis 2,72 Meter) und einen Laderaum zwischen acht und 13,9 Quadratmetern. Die maximale Nutzlast beträgt 1675 Kilogramm. Spezielle Ausführungen für Gewerbekunden sind kein Problem, auch eine Busausführung mit mindestens neun und maximal 16 Plätzen ist lieferbar.



Bei der Ausstattung sind einige Extras lieferbar, die die Fahrt angenehmer machen. Sensoren für Scheibenwischer und Licht, Navigation oder ein dritter Schlüssel für Flottenfahrzeuge sind gegen Aufpreis erhältlich. Andere Optionen wie Xenonlicht bietet Renault nicht - sie würden den Preis zu sehr in die Höhe treiben. Der Innenraum ist extrem zweckmäßig, wenn man es positiv ausdrücken will. Vom fast noblen Ambiente eines Mercedes Sprinter oder VW Crafter ist er weit entfernt. Hier regiert nacktes Blech und hartes Plastik. Dafür kann ein Kunde je nach Ausstattung in der Anschaffung zwischen 3000 und 8000 Euro pro Fahrzeug sparen, sagt Renault.



Zwei Ablagen über den Köpfen nehmen Kleinkram auf. Das Lenkrad ist nicht verstellbar, trotzdem sitzt es sich relativ kommod. Der Master fährt sich nicht annährend wie ein Pkw, aber das Geräuschniveau ist erträglich, der Wendekreis erfreulich klein. Bei einer ersten Ausfahrt sorgte der mittlere Motor (120 PS) für ausreichend Schwung, auch wenn er sein Arbeitsprinzip keine Minute verleugnen kann. Der Verbrauch soll um acht Liter schwanken  ein guter Wert. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern hat Renault den Master nicht völlig neu konzipiert, sondern technisch überarbeitet. So sollen Kinderkrankheiten beseitigt werden, außerdem spart das Unternehmen Entwicklungskosten. Der Kunde profitiert beim Preis.



Renault ergänzt ab März 2007 seine europäische Transporterpalette um ein weiteres Fahrzeug. Als Ergänzung zu Master und Mascott ist der Maxity in drei Tonnagen (2,8 - 3,5 und 4,5 Tonnen) mit jeweils drei Motorisierungen (110, 130 oder 150 PS) erhältlich. Er soll wie der Master mit niedrigen Unterhaltskosten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. (ar/sb)

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